Am 2. Februar 2011 feiert der Küster unserer Liebfrauenkirche, Bernd Kopetsch, sein 25jähriges Dienstjubiläum, 23 Jahre davon durfte die Liebfrauenkirche und -gemeinde bis jetzt miterleben. Einerseits möchte dieser Tagebucheintrag natürlich einstimmen in die Dankesworte, die zu so einem Jubiläum gesprochen werden. Andererseits bietet der elektrische Weg des Zwischennetzes die Möglichkeit, Bilder zu diesem Dank hinzuzufügen.
In diesem Bautagebuch muss nicht automatisch nur von den Sanierungsarbeiten an der Pfarrkirche die Rede sein, denn in allen anderen Bereichen einer Gemeinde wird ebenso Tag für Tag gebaut. Es gibt in Liebfrauen einen, der tatsächlich tagtäglich -sinnbildlich gesprochen- mit Mörtel und Steinen unterwegs ist, nämlich unseren Küster. Bernd hat im Lauf der Jahre eine solches Können im "Kirchenbau" entwickelt, dass man ihn getrost als BauMEISTER bezeichnen kann. Auf diese Meisterschaft können sich Gemeinde und Seelsorger jederzeit verlassen! Es gäbe so viele Aspekte, die Bernds Meisterschaft beschreiben würden. Er ist immer da, hat -Streß hin/Streß her- immer ein freundliches, verbindliches Wort, immer einen guten Rat. Er ist immer auf dem Laufenden und immer irgendwo unterwegs, sei es in und um die Kirche, mit dem Rad in Altenbochum auf dem Weg der Krankenkommunion, zum Blumen holen, zu Küsterdiensten in anderen Kirchen, neuerdings ja auch häufig auf dem Weg nach Köln...
Aber egal wie - wenn man ihn trifft, ist er immer sofort "Da".
2 Dinge im Schaffen von Bernd liegen dem Tagebuchautor aber besonders am Herzen: das ist einerseits die Fähigkeit, mit der Gemeinde und für sie Jahr für Jahr das Kirchenjahr zu gestalten. Nicht nur Sonntags. In Liebfrauen ist immer Kirchenjahr, jeden Tag. Sei es der außergewöhnliche Blumenschmuck, der, dem Anlass immer angepasst und immer Überraschungen bereithaltend, jedem Floristen Ehre machen würde. Seien es Dekorationen und Beleuchtungen von Heiligenbildern in unserer Kirche an ihrem entsprechenden Gedenktag, sei es die Gottesdienstgestaltung an Werktagen, die deutlich zwischen einfachem Werktag und Hochfest unterscheidet. Seien es größere Projekte in den geprägten Zeiten des Kirchenjahrs oder der Dienst an Ambo, Orgel und Glockenschaltern. Seit 23 Jahren darf Liebfrauen eine heutzutage schon ungewöhnliche Konstanz in der Liturgiegestaltung erleben, die sicher mit dafür verantwortlich ist, dass in Liebfrauen der Kirchbesuch noch immer außergewöhnlich gut ist. Mitverantwortlich hierfür ist sicher auch das gute Miteinander von Küster, Kirchenmusik und Klerus.
Zeigt sich im floralen Schmuck der Kirche schon echte Kunstfertigkeit, so gibt es noch einen zweiten Schaffenszweig von Bernd, mit dem der Titel "Künstler" dann entgültig gerechtfertigt erscheint. Denn "Kunst" kommt von "Können". Bernd näht und stickt so ganz nebenbei auch noch die Paramente für unsere Kirche. Was da in den vergangenen Jahren an Schätzen entstanden ist, soll Inhalt einiger folgender Tagebucheinträge werden.
Zunächst aber ein paar Eindrücke vom "Floristen":
Die Vorstellung der von Bernd geschaffenen Paramente soll mit zwei Meisterstücken beginnen, die dem aus Liebfrauen stammenden Priester Vincent Graw 2006 zum Primizgeschenk gemacht wurden. Das grüne Gewand als Geschenk der Gemeinde, das Weiße als privates Geschenk. Diese beiden Gewänder sind nach eigenen Entwürfen von Bernd entstanden. Das grüne Meßgewand zeigt das Netz voller Fische, dass der Priester nach biblischem Auftrag als Menschenfischer schultern muss.
Das weiße Messgewand wird geprägt von einem über die Brust des Priesters greifenden Kreuz in freien Dekorformen, die in der Art eines Lebensbaumes nach oben und unten fortgeführt werden - somit umgreift das Kreuz die ganze Person des Priesters. Die freien Dekorformen in Rot und Blau erinnern sowohl an Bluts- wie Wassertropfen, aber auch an die Feuerzungen des hl. Geistes. Ein in reduzierten Formen die komplette Kreuz- und Auferstehungstheologie umfassender Schmuck.
Seit 25 Jahren gibt es also dieses mustergültige Kombination von Person und Beruf(ung). Und seit 23 Jahren sorgt Bernd dafür, das der "Dom" von Bochum nicht in der Innenstadt sondern in Altenbochum steht. Ich weiß nicht, wer eher zu beglückwünschen ist, Bernd oder die Liebfrauengemeinde.
Einen herzlichen Glückwunsch also an beide und ein schlichtes
DANKE!
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