Der Beginn der Karwoche wird, inzwischen schon traditionell, am Palmsonntag vor der kleinen Trauerhalle des Hauptfriedhofes gefeiert - mit der Palmweihe und der Palmprozession zur Pfarrkirche. Schön, dass dabei auch ein kleiner Weg durch die Gemeinde, durch unser "Jerusalem" quasi, zurückgelegt werden kann.
Zu den außergewöhnlichen Gottesdiensten in der Fastenzeit wie auch der Karwoche rief uns allein die Josefsglocke, die zweitgrößte in unserem Geläut, mit ihrer sanften, melancholischen Stimme:
An den ersten drei Tagen der Karwoche versammeln sich jeweils etwa 25 Gemeindemitglieder abends um 18.00 Uhr, um die Trauermetten zu singen und zu beten. Dieser Auszug des Chor- bzw. Stundengebets der Kirche hat die von Kantoren gesungenen Abschnitte aus den Klageliedern des Propheten Jeremia zum Mittelpunkt. Nach jedem Abschnitt des Gottesdienstes löschen die Kantoren 2 Kerzen auf dem sog. Tenebrae-Leuchter, dies symbolisiert, wie Jesus im Laufe seiner Passion von allen seinen Freunden verlassen wird. So brennt zum Schluss nur noch die mittlere, weiße Kerze, die Christus darstellt.
Und schon zwischendrin: 150 Anturien, 280 Nelken, 100 Lilien, 160 Mumies, mehrere Eimer voll Grün, 2 Kofferraumladungen Buchsbaum und ungezählte Stunden Arbeit. Ad majorem Dei gloriam - zur größeren Ehre Gottes - und natürlich zur Freude der Gemeinde!
Ein Arbeitstier - unsere Osterkerze 2010. Erst leuchtete sie von der Osternacht bis zum Pfingstsonntag jeden Tag von morgens bis abends allen Kirchenbesuchern das österliche Licht, dann brannte sie viele hundertmale zu Taufen und Beerdigungen. Auch ein Zeichen für eine lebendige Gemeinde! Am Gründonnerstag schließlich brennt sie vor dem Josephsaltar, über die Nachtwache hinweg bis zum Morgen des Karfreitags, um so die Gegenwart des leidenden Christus in der Kiche präsent zu halten. 120 x 10 cm Wachs, glaubend aufgebraucht.
Währenddessen übt unser Kantor und Organist das Osterprogramm - auch die Kirchenmusik hat sich gut auf die heiligen 3 Tage vorbereitet!
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